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DAVE

"Bevor die Pionierlebensform Archea Methanopyri den Kosmos mit ihrer ersten Empfindung aufschloss, hatte 10,2 Milliarden Jahre lang Stille im Universum geherrscht. Für Äonen waren Protonen, Gas-Partikel und Elektronen in einem ungesehenen Ballett umeinandergekreist, ehe sie in der Partnerposition des Heliumatoms ihre Pliers vollziehen konnten. Als sich nach 300 Millionen Jahren die ersten Galaxien, kräftigrote Wirbel und ätherische Ringsysteme, bildeten, war noch niemand da, der diese Schönheit bewundern hätte können. Nichts als Leere, die in die Außendistrike der Existenz hineinexpandierte."


Ein Roman über das Menschsein im Lichte künstlicher Intelligenz

Der Schauplatz des Romans ist ein riesiges Labor, das nur einem Zweck dient: DAVE, die ultimative künstliche Intelligenz, der erste sprachfähige Computer, soll dort von 50.000 Mitarbeitern kreiert werden. Der Grund, entgleiste Menschheitsprobleme und Klimaerwärmung werden vage gelassen, jedoch darf das Labor nicht verlassen werden. Der Protagonist, der von allen nur Wiz genannt wird, ist ein junger Programmierer, der wie alle Mitarbeiter des Labors schnell in der Hierarchie der Wissenschaftler aufsteigen will. Indessen hat er ein langweiliges Leben als kleines Zahnrad dieser riesigen Maschinerie und entwickelt im Großraumbüro langweilige Unterprogramme.
DAVE spricht nach Jahrzehnten noch immer nicht: Ganz im Gegenteil, alle Simulationen stürzen in letzter Zeit ab, was das gesamte Labor, dessen einziger Daseinszweck DAVE ist, in eine schwere Krise stürzt. Die Handlung setzt bei einem dieser Abstürze ein: Nachdem eine Simulation DAVEs fehlschlägt, sind die Serverräume so überhitzt, dass existenzielle Gefahr für die Mitarbeiter herrscht, die nur knapp abgewandt werden kann. Immer mehr setzt sich die Anschauung durch, dass der Computer deswegen nicht funktioniere, weil er keine Identität hat, auf die er sich berufen kann, weil er keine Person ist.

Hier beginnt der eigentliche Plot des Buches: Eines Nachts wird Wiz aus dem Schlaf gerissen und der Laborleiter Dr. Fröhlich teilt ihm mit dass er als der perfekte Kandidaten festgelegt wurde: DAVE soll, in Persönlichkeit und Gestalt, ihm nachgebildet werden. Von nun an würden mehrmals pro Woche im Geheimen sogenannte Kopiesitzungen stattfinden, bei denen die Erinnerungen und Gewohnheiten von Wiz in DAVEs Speicher transponiert werden. Obwohl er in der sozialen Hierarchie des Labors aufsteigt ist der Protagonist bald merkwürdig geknickt: Er hat bald Konzentrationsprobleme bei der Arbeit, weil er immer weniger mit der Überlappung zurechtkommt: Wer ist er überhaupt noch? Und wer ist DAVE? Oft verwechselt er sich mit der Maschine, meint sich in sie überdriften zu spüren, weiß nicht mehr wo er aufhört und DAVE beginnt.